Donnerstag, 4. Juni 2020

Schlussrunde #parade

Liebe alle,

in Runde 88 haben wir "Die Parade" von Dave Eggers gelesen, mit etwas Verzögerung (was unserem Protagonisten Vier sicher nicht gefallen hätte) folgt hier noch der Rückblick.

Der Roman nimmt uns mit in eines der vielen (und von den ZirklerInnen geographisch völlig unterschiedlich verorteten) Ländern in welchem nach einen Bürgerkrieg langsam das normale Leben wieder beginnt und in welchem neue Infrastruktur in Form von Strassen entsteht. Die beiden anonymen Protagonisten Vier und Neun könnten unterschiedlicher nicht sein: hier Vier der funktioniert wie ein Uhrwerk, da Neun der völlig im Jetzt lebt und keinen Gedanken an Morgen zu verschwenden scheint. Der Strassenbau schreitet dann auch vor dem Hintergrund der Differenzen zwischen den beiden voran, und zumindest mir tat Vier fast ein bisschen leid wie er sich hier mit einem chaotischen und aus seiner Sicht unzuverlässigen Partner herumschlagen muss.

Überraschenderweise muss dann aber Vier notgedrungen von seiner strengen Planung abweichen als Neun lebensgefährlich erkrankt und er auf die Hilfe der Einheimischen angewiesen ist. Hier zeichnet sich nach ersten Hürden dann schon fast eine Art Verständnis und Nähe ab, welche ich ihm zum Anfang gar nicht zugetraut habe.

Der Knaller kommt dann am Schluss, als sich die als Zeichen der Verständigung gedachte Strasse dann eben auch als Aufmarschplatz für einen neuen Bürgerkrieg entpuppt. Vor diesem Hintergrund wirken die Differenzen zwischen Vier und Neun dann eher ziemlich unbedeutend.

Mich hat das Buch von den ersten Seiten an mitgenommen, wohl gerade wegen der schon fast kargen Beschreibung der Szenerie und der Personen. So blieb viel Raum und Zeit für das Kennenlernen der Figuren und ihres Verhaltens, und übers Drüber nachdenken dass nicht alles was gut gemeint ist dann wirklich auch gut genutzt wird.

Wie hat Euch das Buch gefallen? Abstimmen kann man wie immer per Doodle.

/Seraina & Patrick

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