Sonntag, 28. März 2021


Schlussfazit: Isabel Bodgan, Laufen


Liebe Mitzirkler*innen,


In den letzten drei Wochen haben wir gemeinsam „Laufen“ von Isabel Bogdan gelesen. Die einen ganz schnell, die anderen langsamer, aber wenn es nach Euren Tweets geht, hat es allen gefallen, auch wenn sicher viele was anderes erwartet hätten?


„Ich kann nicht mehr“ lautet der erste Satz. Aber: Sie kann. Sie kann laufen. Und beim Laufen versucht sie, Ordnung im Kopf und eine Neuordnung in ihrem Leben zu schaffen. Denn ihr Freund hat sich das Leben genommen. Sie ist fühlt sich schuldig, einsam, traurig und zu Beginn hoffnungslos. Aber im Laufe des Buches werden die Laufstrecken länger und die Gedanken zaghaft positiver.


Und manchmal auch wütend:

"Steht da in dem Apothekerschaufenster im Ernst: 'Bachblüten gegen Einsamkeit'? Ich glaube, es hackt, Bachblüten? Gegen Einsamkeit? Ich hätte glatt Lust, da reinzurennen und ihnen ihre Bachblüten sonst wohin zu schieben, Bachblüten!".

An dieser Stelle muss ich kurz an den „Pfau“ denken und grinsen. Ansonsten erinnert nichts in „Laufen“ an den Vorgänger- Roman. Und geben wir‘s zu: Wir haben alle auf einen zweiten Pfau gehofft! Deshalb: Grosses Kompliment an Isabel Bogdan. Es wäre sicher einfach gewesen, im gewohnten Stil noch ein-zwei Romane rauszuhauen, und wir hätten sie bestimmt gerne gelesen.


Laufen ist ein dünnes Buch, das einige von uns auch im Laufschritt durch hatten. Ich (ToastFee) persönlich konnte es nur in kleinen Dosen und mit Pausen lesen, weil es mich inhaltlich sehr mitgerissen hat. Vielleicht, weil es in meinem Umfeld Personen gibt, denen ich vor einiger Zeit gerne dieses Buch in die Hand gedrückt hätte, weil diese leider keine Rike zur besten Freundin hatten ("Es war auch bestimmt ein bisschen Verzweiflung mit drin, aber nicht nur, wir haben uns auf den Ausdruck "Erleichterungsvögeln" geeinigt, das klingt gleich viel besser. So sollten Männer mal über Frauen reden, da wäre aber was los.").

Wegen diesem und noch einiger anderer Zitate (Hashtag Zitatesammlerin) mochte ich dieses traurige, optimistische und pragmatische Buch sehr.


Leider ist mir zu spät eingefallen, dass ich mit dem Hörbuch auf meinen eigenen Läufen ein ganz spezielles Erlebnis hätte ausprobieren können. Liebe Frau Bogdan, haben Sie schon mal über eine Lesung nachgedacht, bei der ihnen die Zuhörer an der Alster hinterherrennen müssen?


Wie hat es Euch gefallen? Schreibt es in die Kommentare und stimmt im Doodle ab.


Ganz liebe Grüsse CaRo aka ToastFee



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